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Anstalten, um Ottilien, diese Zierde der Gesellschaft, in Gesellschaft
zu bringen. Ferdinand erschöpfte sich in Erfindungen, um ihr die
Vergnügungen zu verschaffen, die sie so gern genoss und die sie jedem,
der um sie war, zu erhöhen wusste.
Und in eben diesem Augenblicke von einer geliebten und verehrten
Mutter zu ganz andern Pflichten aufgefordert zu werden, von dieser
Seite keine Hülfe zu sehen, einen so lebhaften Abscheu vor Schulden zu
fühlen, die auch seinen Zustand nicht lange würden gefristet haben,
dabei von jedermann für wohlhabend und freigebig angesehen zu werden
und das tägliche und dringende Bedürfnis des Geldes zu empfinden, war
gewiß eine der peinlichsten Lagen, in der sich ein junges, durch
Leidenschaften bewegtes Gemüt befinden kann.
Gewisse Vorstellungen, die ihm früher nur leicht vor der Seele
vorübergingen, hielt er nun fester; gewisse Gedanken, die ihn sonst
nur Augenblicke beunruhigten, schwebten länger vor seinem Geiste, und
gewisse verdrießliche Empfindungen wurden dauernder und bitterer.
Hatte er sonst seinen Vater als sein Muster angesehen, so beneidete er
ihn nun als seinen Nebenbuhler. Von allem, was der Sohn wünschte, war
jener im Besitz; alles, worüber dieser sich ängstigte, ward jenem
leicht. Und es war nicht etwa von dem Notwendigen die Rede, sondern
von dem, was jeder hätte entbehren können. Da glaubte denn der Sohn,
daß der Vater wohl auch manchmal entbehren sollte, um ihn genießen zu
lassen. Der Vater dagegen war ganz anderer Gesinnung; er war von
denen Menschen, die sich viel erlauben und die deswegen in den Fall
kommen, denen, die von ihnen abhängen, viel zu versagen. Er hatte dem
Sohne etwas Gewisses ausgesetzt und verlangte genaue Rechenschaft, ja
eine regelmäßige Rechnung von ihm darüber.
Nichts schärft das Auge des Menschen mehr, als wenn man ihn
einschränkt. Darum sind die Frauen durchaus klüger als die Männer,
und auf niemand sind Untergebene aufmerksamer als auf den, der
befiehlt, ohne zugleich durch sein Beispiel vorauszugehen. So ward
der Sohn auf alle Handlungen seines Vaters aufmerksam, besonders auf
solche, die Geldausgaben betrafen. Er horchte genauer auf, wenn er
hörte, der Vater habe im Spiel verloren oder gewonnen, er beurteilte
ihn strenger, wenn jener sich willkürlich etwas Kostspieliges erlaubte.
"Ist es nicht sonderbar", sagte er zu sich selbst, "daß Eltern,
während sie sich mit Genuß aller Art überfüllen, indem sie bloß nach
Willkür ein Vermögen, das ihnen der Zufall gegeben hat, benutzen, ihre
Kinder gerade zu der Zeit von jedem billigen Genusse ausschließen, da
die Jugend am empfänglichsten dafür ist! Und mit welchem Rechte tun
sie es? Und wie sind sie zu diesem Rechte gelangt? Soll der Zufall
allein entscheiden, und kann das ein Recht werden, wo der Zufall
wirkt? Lebte der Großvater noch, der seine Enkel wie seine Kinder
hielt, es würde mir viel besser ergehen; er würde es mir nicht am
Notwendigen fehlen lassen; denn ist uns das nicht notwendig, was wir
in Verhältnissen brauchen, zu denen wir erzogen und geboren sind? Der
Großvater würde mich nicht darben lassen, so wenig er des Vaters
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