Titel:

Ferdinands Schuld und Wandlung

Beschreibung:  Eine Geschichte von Johann Wolfgang Goethe
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ISBN: 3894695315   ISBN: 3894695315   ISBN: 3894695315   ISBN: 3894695315 
 
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Ferdinands Schuld und Wandlung Man kann in Familien oft die Bemerkung machen, daß Kinder sowohl der Gestalt als dem Geiste nach bald vom Vater, bald von der Mutter Eigenschaften an sich tragen, und so kommt auch manchmal der Fall vor, daß ein Kind die Naturen beider Eltern auf eine besondere und verwundernswürdige Weise verbindet. Hievon war ein junger Mensch, den ich Ferdinand nennen will, ein auffallender Beweis.  Seine Bildung erinnerte an beide Eltern, und ihre Gemütsart konnte man in der seinigen genau unterscheiden.  Er hatte den leichten und frohen Sinn des Vaters, so auch den Trieb, den Augenblick zu genießen, und eine gewisse leidenschaftliche Art, bei manchen Gelegenheiten nur sich selbst in Anschlag zu bringen.  Von der Mutter aber hatte er, so schien es, ruhige Überlegung, ein Gefühl von Recht und Billigkeit und eine Anlage zur Kraft, sich für andere aufzuopfern.  Man sieht hieraus leicht, daß diejenigen, die mit ihm umgingen, oft, um seine Handlungen zu erklären, zu der Hypothese ihre Zuflucht nehmen mußten, daß der junge Mann wohl zwei Seelen haben möchte. Ich übergehe mancherlei Szenen, die in seiner Jugend vorfielen, und erzähle nur eine Begebenheit, die seinen ganzen Charakter ins Licht setzt und in seinem Leben eine entschiedene Epoche machte. Er hatte von Jugend auf eine reichliche Lebensart genossen, denn seine Eltern waren wohlhabend, lebten und erzogen ihre Kinder, wie es solchen Leuten geziemt, und wenn der Vater in Gesellschaften, beim Spiel und durch zierliche Kleidung mehr, als billig war, ausgab, so wußte die Mutter als eine gute Haushälterin dem gewöhnlichen Aufwande solche Grenzen zu setzen, daß im Ganzen ein Gleichgewicht blieb und niemals ein Mangel zum Vorschein kommen konnte.  Dabei war der Vater als Handelsmann glücklich; es gerieten ihm manche Spekulationen, die er sehr kühn unternommen hatte, und weil er gern mit Menschen lebte, hatte er sich in Geschäften auch vieler Verbindungen und mancher Beihülfe zu erfreuen. Die Kinder, als strebende Naturen, wählen sich gewöhnlich im Hause das Beispiel dessen, der am meisten zu leben und zu genießen scheint.  Sie sehen in einem Vater, der sich wohl sein läßt, die entschiedene Regel, wonach sie ihre Lebensart einzurichten haben, und weil sie schon früh zu dieser Einsicht gelangen, so schreiten meistenteils ihre Begierden und Wünsche in großer Disproportion der Kräfte ihres Hauses fort.  Sie finden sich bald überall gehindert, um so mehr, als jede neue Generation neue und frühere Anforderungen macht und die Eltern den Kindern dagegen meistenteils nur gewähren möchten, was sie selbst in früherer Zeit genossen, da noch jedermann mäßiger und einfacher zu Leben sich bequemte. Ferdinand wuchs mit der unangenehmen Empfindung heran, daß ihm oft Dasjenige fehle, was er an seinen Gespielen sah.  Er wollte in
  
Faust. Der Tragödie Erster und Zweiter Teil. 5 CDs. . Produktion des WDR. Teil 1: März 1952. Teil 2: August 1949 [Audiobook] (Audio CD)
von Johann W. von Goethe,
Horst Caspar,
Erich Ponto,
Antje Weisgerber
Siehe auch:
Nathan der Weise. 2 CDs.
von Gotthold E. Lessing
Die Räuber, 2 Audio-CDs
von Friedrich von Schiller
Die Nibelungen. 3 CDs.
von Friedrich Hebbel
Kabale und Liebe. 2 CDs
von Friedrich von Schiller
 
    
     
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